Inhalt

Einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld

Während das pauschale Kinderbetreuungsgeld unter anderem die Betreuungsleistung der Eltern anerkennen und teilweise abgelten soll, stellt das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld darüber hinaus auch noch einen repräsentativen Einkommensersatz dar.

Das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld hat die primäre Funktion, jenen Eltern, die sich nur für kurze Zeit aus dem Berufsleben zurückziehen wollen und über ein höheres Einkommen verfügen, die Möglichkeit zu geben, in dieser Zeit einen Einkommensersatz zu erhalten.

Das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld steht in folgender Ausgestaltung zur Verfügung:

Bezugsdauer:

Bis zur Vollendung des zwölften Lebensmonats des Kindes, wenn nur ein Elternteil einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld bezieht.

Bei Inanspruchnahme durch beide Elternteile verlängert sich die Bezugsdauer um jenen Zeitraum, den der andere Elternteil tatsächlich bezogen hat, max. aber gebührt einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld bis zur Vollendung des 14. Lebensmonats des Kindes (ein Elternteil kann nie mehr als zwölf Monate beziehen).

Bezugshöhe:

80 Prozent der Letzteinkünfte, max. 66 € täglich (rund 2.000 € monatlich)

Anspruchsvoraussetzungen:

Für das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld muss neben den allgemeinen Anspruchsvoraussetzungen in den sechs Monaten vor der Geburt des Kindes eine in Österreich sozialversicherungspflichtige Erwerbstätigkeit tatsächlich ausgeübt werden. In diesen sechs Monaten darf zudem neben der Erwerbstätigkeit auch keine Leistung aus der Arbeitslosenversicherung (Arbeitslosengeld, Notstandshilfe, Weiterbildungsgeld, Bildungsteilzeit, etc.) bezogen werden. Unterbrechungen der Erwerbstätigkeit von insgesamt bis zu 14 Tagen sind irrelevant. Krankheit oder Erholungsurlaub bei aufrechtem Dienstverhältnis mit Lohnfortzahlung des Arbeitgebers stellen keine Unterbrechung dar.

Einer solchen Erwerbstätigkeit gleichgestellt sind nur:

a) die an eine solche mindestens sechs Monate andauernde in Österreich sozialversicherungspflichtige Erwerbstätigkeit direkt anschließenden Zeiten des Beschäftigungsverbotes (Mutterschutz) sowie Zeiten der Karenz (bis max. zum zweiten Geburtstag eines Kindes), sofern in dem Zeitraum das Dienstverhältnis aufrecht ist.

b) die an eine solche mindestens sechs Monate andauernde in Österreich sozialversicherungspflichtige Erwerbstätigkeit

  • direkt anschließenden Zeiten der Gewährung einer Betriebshilfe oder eines Wochengeldes für Selbstständige, sofern die Tätigkeit währenddessen nicht beendet wird (daher wird das Erwerbstätigkeitserfordernis z.B. nicht erfüllt, wenn das Gewerbe abgemeldet bzw. bei Nichterfüllung gewisser Voraussetzungen ruhend gemeldet wird; nähere Informationen zur Ruhendmeldung siehe unter Betriebshilfe, Informationen dazu erhalten Sie bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft.)
    sowie
  • direkt anschließenden Zeiten der Unterbrechung der Erwerbstätigkeit zum Zwecke der Kindererziehung max. bis zum zweiten Geburtstag des Kindes (z.B. Ruhendmeldung des Gewerbes, nicht jedoch Abmeldung).

Erfüllt ein Elternteil nicht das Erwerbstätigkeitserfordernis, so kann dieser Elternteil auf die Pauschalvariante 12 + 2 umsteigen. Ein Elternteil ist auch im Falle des Umstiegs des anderen Elternteils an die ursprünglich beantragte Variante des einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgelds gebunden.

Berechnung des Tagesbetrages

a) Bezieherinnen von Wochengeld (Unselbstständige, Selbstständige, Landwirtinnen, Vertragsbedienstete, freie Dienstnehmerinnen, geringfügig Beschäftigte mit Selbstversicherung):
Das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld beträgt 80 Prozent des Wochengeldes. Die Krankenkasse führt zusätzlich eine Günstigkeitsrechnung durch, siehe Punkt d).

b) Beamtinnen:
Das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld beträgt 80 Prozent eines fiktiv zu berechnenden Wochengeldes (durchschnittlicher täglicher Nettoverdienst der letzten drei Kalendermonate vor Beginn des Mutterschutzes inklusive aliquote Sonderzahlungen). Die Krankenkasse führt zusätzlich eine Günstigkeitsrechnung durch, siehe Punkt d).

c) Väter:
Das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld beträgt 80 Prozent eines fiktiv zu berechnenden Wochengeldes (durchschnittlicher täglicher Nettoverdienst der letzten drei Kalendermonate vor Beginn der 8-Wochenfrist vor der Geburt des Kindes inklusive eines Zuschlags für Sonderzahlungen). Die Krankenkasse führt zusätzlich eine Günstigkeitsrechnung durch, siehe Punkt d).

d) Alle anderen und Günstigkeitsrechnung:
Herangezogen werden die im relevanten Steuerbescheid ausgewiesenen Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit (wenn sie auf Grund eines bestehenden Dienstverhältnisses erzielt wurden, daher sind z.B. Pensionen ausgenommen), aus selbstständiger Arbeit, aus Gewerbebetrieb und aus Land- und Forstwirtschaft.

Relevant ist der Steuerbescheid des Kalenderjahres vor der Geburt des Kindes, in dem kein Kinderbetreuungsgeld (egal für welches Kind) bezogen wurde, beschränkt auf das drittvorangegangene Jahr.

Falls in allen drei Jahren vor der Geburt Kinderbetreuungsgeld bezogen wurde, ist somit das drittvorangegangene Jahr das relevante Kalenderjahr. (Beispiel: Geburt 2015, Bezug KBG in den Jahren 2011, 2012, 2013 und 2014: das relevante Kalenderjahr ist 2012.)

Mit der Günstigkeitsrechnung kann sich der nach a) bis c) ermittelte Tagsatz nur erhöhen, nicht jedoch reduzieren. Etwaige Nachzahlungen seitens der Krankenkasse erfolgen automatisch.

Achtung: Ein Steuerbescheid für das betreffende Jahr liegt u.U. nur nach Durchführung einer Arbeitnehmerveranlagung vor. Informieren Sie sich dazu bitte bei Ihrem Finanzamt.

Der Betrag der Einkünfte aus dem relevanten Steuerbescheid (Summe der Einkünfte) ist in folgende Formel einzusetzen:

 

Summe der maßgeblichen Einkünfte x 0,62 + 4000
——————————————————————
                                              365

 

Der Endbetrag aus der Formel ergibt den Tagesbetrag des einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeldes.

Einkünfte aus selbstständiger Arbeit, aus Gewerbebetrieb und aus Land- und Forstwirtschaft sind vor dem Einsetzen in die Formel einmalig um 3,5 Prozent zu erhöhen.

Achtung: Das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld kennt keinen eigenen Mindestbetrag. Ergibt sich aufgrund der endgültigen Berechnung ein Tagesbetrag unter 33 € täglich, so kann auf die Pauschalvariante 12+2 à 33 € täglich umgestiegen werden.

Zuverdienst:

Da das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld eine Art Einkommensersatz ist, ist ein Zuverdienst nur im Ausmaß von 6.400 € (ab 2014) pro Kalenderjahr zulässig (ein geringfügiges Dienstverhältnis etwa wäre zulässig).

Berücksichtigt werden nur die Einkünfte desjenigen Elternteils, der das Kinderbetreuungsgeld bezieht.

Außerdem dürfen im gesamten Bezugszeitraum keine Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung (Arbeitslosengeld, Notstandshilfe, Weiterbildungsgeld etc) bezogen werden.

Die Berechnungsmethode für die Feststellung des laufenden Zuverdienstes finden Sie auf dem Informationsblatt zum KBG.

Informationen zu der Möglichkeit eines Bezugswechsels bzw. zum Ruhen bei Anspruch auf Wochengeld od. eine wochengeldähnliche Leistung finden Sie hier.

Kontakt

Abteilung I/3

Kinderbetreuungsgeld

E-Mail: post.ii3@bmfj.gv.at