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Kinderbetreuung in Österreich

Rechtliche Bestimmungen und die reale Betreuungssituation von Kindern im Alter von null bis 15 Jahren.

Um einen sachlichen Vergleich der rechtlichen und tatsächlichen Rahmenbedingungen der Kinderbetreuung in Österreich zu erhalten, erhob das Österreichische Institut für Familienforschung (ÖIF) an der Universität Wien für das Bundesministerium für Familien und Jugend auf Basis der Kindertagesheimstatistik 2009/10 (Statistik Austria) und relevanter Gesetze den Status quo der österreichweiten Situation der institutionellen Betreuung von Kindern im Alter von null bis 15 Jahren. In Kooperation mit den Bundesländern und der Statistik Austria wurden für diese Studie die rechtlichen Rahmenbedingungen und die reale Betreuungssituation für die jeweiligen Betreuungsformen pro Bundesland dargestellt.

Grundsätzlich gewinnt die außerfamiliale Kinderbetreuung in allen Altersgruppen quantitativ an Bedeutung. Bei den Unter-Drei-Jährigen hat sich die Betreuungsquote im institutionellen Sektor von 4,6 Prozent im Jahr 1995 auf 19 Prozent im Jahr 2010 fast vervierfacht. In allen Bundesländern hat auch die Betreuungsquote bei den Drei- bis Unter -Sechsjährigen zugenommen. Mittlerweile werden in allen Bundesländern mehr als 93 Prozent der Kinder dieser Altersgruppe außerfamilial betreut.

Im Hinblick auf die Gruppengröße dürfen in Kinderkrippengruppen in keinem Bundesland mehr als 15 Kinder betreut werden, der reale Österreichdurchschnitt liegt bei 14,2 Kindern. Es ist jeweils mindestens eine Pädagogin/ein Pädagoge vorgeschrieben und zusätzlich ist meist auch eine Hilfskraft erforderlich. Bei einer vollen Auslastung der Gruppe ergeben sich je nach Bundesland Betreuungsschlüssel von 1:4 bis 1:8. Die Höchstgrenzen in Kindergartengruppen liegen zwischen 20 und 25 Kindern, die reale Gruppengröße in Kindergärten liegt im Jahr 2009/10 im Österreichschnitt bei 19,9 Kindern je Gruppe. Bei einer vollen Auslastung ergeben sich Betreuungsschlüssel von 1:12 bis 1:17.

Für die Beurteilung des Betreuungsverhältnisses müssen auch die Vorgaben für die Qualifikationen der Betreuer/innen betrachtet werden. In den meisten Bundesländern benötigen pädagogische Fachkräfte in einer Kinderkrippe eine Ausbildung als Kindergartenpädagogin/-pädagoge, eine Zusatzausbildung für Früherziehung kann vorgeschrieben sein. Auch bei Kindergartengruppen ist österreichweit einheitlich eine pädagogische Fachkraft je Gruppe vorgesehen, die eine Ausbildung zur Kindergartenpädagogin/zum Kindergartenpädagogen benötigt.

Zusätzlich ist in vielen Bundesländern jeweils eine Hilfskraft erforderlich, wobei sich hier Unterschiede bei den Qualifikationserfordernissen zeigen. Sie reichen von keiner besonderen Fachqualifikation bis zu 60- bis 300-stündigen Kursen inklusive Praxis.

Eine Tagesmutter/ein Tagesvater darf meist maximal 4 bzw. 5 Kinder gleichzeitig betreuen, wodurch sich österreichweit ein guter Betreuungsschlüssel ergibt. Allerdings sind die Qualifikationen der Tageseltern in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich und reichen von 60 Theorie- und keinen Praxisstunden bis zu 300 Theorie- und 160 Praxisstunden.

Kontakt

Abteilung Kinder- und Jugendhilfe