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Jugendarbeit

Außerschulische Kinder- und Jugendarbeit

„Kinder- und Jugendarbeit“ bezeichnet ein sehr weites und vielfältiges Spektrum an Angeboten und Maßnahmen im Bereich sozialer Handlungsfelder. Sie beinhaltet jugenderzieherische und -bildende Maßnahmen, die die familiäre Erziehung oder die im sonstigen privaten Lebensbereich von Jugendlichen stattfindende Sozialisation ergänzen, jedoch außerhalb des formellen schulischen Bildungssystems oder der durch die öffentliche Kinder- und Jugendhilfe bereitgestellten Dienste erbracht werden. Aus dieser erforderlichen Abgrenzung heraus leitet sich der oft verwendete Begriff der „außerschulischen Jugendarbeit“ ab.

Ein zentrales Wesensmerkmal ist zudem, dass die Kinder- und Jugendarbeit ein freiwilliges Angebot in der Freizeit ist, und dass Kinder und Jugendliche daher nicht zur Teilnahme verpflichtet werden können.

Die außerschulische Jugendarbeit hat in Österreich eine starke Betonung auf Aktivitäten in der Freizeit und ist dabei auf informelles und non-formales Lernen der Jugendlichen ausgerichtet. Sie setzt qualifizierte und geplante freizeit- und sozialpädagogische Angebote und Aktivitäten. Primär will Jugendarbeit die Potentiale und Stärken der jungen Menschen fördern.

Die Strukturen der Jugendarbeit sind vielfältig. Sie reichen von der institutionellen Jugendarbeit über die offene und verbandliche Jugendarbeit bis hin zu Jugendinformation, internationaler Jugendarbeit und Initiativen. Internationale Jugendarbeit zeigt sich unter anderem im grenzüberschreitenden Jugendaustausch oder darin, dass Kindern und Jugendlichen sowie in der Kinder- und Jugendarbeit tätigen Personen im Rahmen internationaler und europäischer Programme wie "Erasmus+: Jugend in Aktion", Begegnungen und Weiterbildungen ermöglicht werden

Innerhalb der Jugendarbeitsstrukturen gibt es kaum ein Handlungsfeld und Thema, das nicht erfasst wird. Die Angebote sind ebenso vielfältig wie die Jugendlichen selbst.

Geschlechtersensible Jugendarbeit

Mädchen und Burschen leben in verschiedenen Lebenswelten, erfahren ihre Erziehung, Berufstätigkeit, Freundschaft, Sexualität und vor allem ihre Lebensperspektiven in unterschiedlicher Weise. Einstellungen, Verhaltensweisen und Rollenbilder von Mädchen und Burschen sind somit nicht nur angeboren, sondern werden maßgeblich von der Gesellschaft geprägt. Durch diese Sozialisation können die Entfaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten eingeschränkt werden. Geschlechtsspezifische Jugendarbeit setzt daher bei den unterschiedlichen Lebensbedingungen und Situationen von Mädchen und Burschen in unserer Gesellschaft an.

Das Ziel von gendersensibler und geschlechterreflektierender Jugendarbeit ist der junge Mensch, der sich selbstbewusst durch die Gesellschaft bewegt und zu konstruktiver und sozialer Beziehungsgestaltung fähig ist. Somit ist es auch Aufgabe der Jugendarbeit

  • die Problematiken rund um die Geschlechterverhältnisse in ihr Handeln einzubeziehen
  • sich in ihrer Arbeit auf Unterschiede, Hierarchien und Ungerechtigkeiten zu beziehen, die aus geschlechtsspezifischen Lebenslagen und Sozialisationsprozessen entstehen
  • darauf abzuzielen, hierarchische Verhältnisse zwischen den Geschlechtern zu verändern und Gleichberechtigung zu fördern

Das bundesweite Netzwerk Offenen Jugendarbeit definiert beispielsweise in ihrem Qualitätshandbuch Gender Mainstreaming als Grundlage im Handlungsfeld Offene Jugendarbeit.

Die von der Bundesjugendvertretung gemeinsam mit Kooperationspartnerinnen erarbeitete Toolbox "Handbuch zur Förderung von Gender Mainstreaming in der Kinder- und Jugendarbeit. Ideen und Werkzeuge" verfolgt das Ziel reflektierende und geschlechtsbezogene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu unterstützen. Sie wird aktiv in die Mitgliedsorganisationen der Bundesjugendvertretung getragen.