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Film und Fernsehen

Film und Fernsehen spielen im Leben von Kindern und Jugendlichen eine große Rolle. Der Überblick über die Eignung von Filmen oder bestimmten Sendungen für eine Altersgruppe fällt nicht immer leicht.

Kino

Auf Grund des föderalistischen Verfassungsprinzips ist auch Gesetzgebung und Vollzug hinsichtlich einer Altersfreigabe von Kinofilmen Sache der Länder. Es existieren daher neun unterschiedliche Jugendschutzgesetze, in denen die Alterskennzeichnung der Kinospielfilme zum Teil unterschiedlich geregelt ist.

jmk

Im Bundesministerium für Bildung und Frauen (BMB) in Wien ist jedoch eine Jugendmedienkommission eingerichtet, die Empfehlungen für eine Altersfreigabe von Kinospielfilmen hinsichtlich der Jugendverträglichkeit ausspricht. Diese Empfehlungen sind für die einzelnen Bundesländer rein rechtlich nicht verbindlich, werden aber in der Praxis beachtet und regelmäßig übernommen. Im Kino selbst bzw. im Programminformationen der Kinos sind jedenfalls entsprechende Altersinformationen zu finden.

Neben der Empfehlung für eine Altersfreigabe spricht die Jugendmedienkommission gegebenenfalls auch eine Positivkennzeichnung aus. Diese erhalten Filme, die nach Meinung der Kommission insbesondere für Kinder oder Jugendliche geeignet sind. Sie kann von der Alterskennzeichnung nach oben hin abweichen.

Video und DVD

Videofilme und DVDs unterliegen im Verkauf und Verleih ebenfalls dem Jugendschutzgesetz des jeweiligen Bundeslandes. Eine eigene österreichische Jugendschutz-Kennzeichnung ist nicht vorgesehen, auch existiert kein europäisches Kennzeichnungssystem für Videos und DVDs. In einigen Landes-Jugendschutzgesetzen wird jedoch auf das deutsche Jugendschutzgesetz verwiesen, welches eine Kennzeichnung vorsieht. Diese Kennzeichnung wird von der "Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft" (FSK) vorgenommen ist de facto auf allen Videofilmen und DVDs, die in Österreich in den Regalen stehen, ersichtlich.

FSK_Ratings_Dec_2008

Auch wenn die FSK-Kennzeichnung keine Rechtsverbindlichkeit hat, bietet sie dennoch eine sinnvolle und wertvolle Orientierung und sollte beachtet werden.

Fernsehen

Der ORF kennzeichnet seit 1. Jänner 1999 seine Programme im Sinne der EU-Fernsehrichtlinie zum Schutz Jugendlicher. Er setzt sich generell bis 20.15 Uhr eine klare Zeitgrenze, vor der Programme ohne Bedenken kinder- und jugendtauglich und für die gesamte Familie geeignet sein müssen.

Ab 20.15 Uhr tragen Eltern und Erziehungsberechtigte die Mitverantwortung für den TV-Konsum der Kinder und Jugendlichen. Diese Verantwortung gilt sowohl für den Hauptabend als auch den Spätabend (ab 22.00 Uhr), wobei die Kennzeichnung von Filmen und Serien eine wertvolle Orientierungshilfe ist. Gekennzeichnet werden ausschließlich fiktionale Programme.

Zur Kennzeichnung von ORF-Sendungen sind zwei Symbole eingesetzt, die neben den ORF-Logogrammen in der rechten oberen Bildschirmecke plaziert werden.

  •  Nicht für Kinder
  •  Nur für Erwachsene

Andere Sendeanstalten, öffentlich-rechtliche aus dem europäischen Ausland oder private aus Österreich und dem europäischen Ausland, setzen die Fernsehrichtlinie zum Schutz Jugendlicher zumeist mit entsprechenden Einspielungen vor Beginn des jeweiligen Programms um. Darin wird darauf hingewiesen, dass das nachfolgende Programm nicht für Kinder oder nur für Erwachsene geeignet ist.

Filmdatenbank der Jugendmedienkommission

Egal ob Kino, Video/DVD oder Fernsehen: die Filmdatenbank der Jugendmedienkommission des BMB kann in vielen Fällen hilfreiche Informationen über die Eignung bestimmter Filme geben. Die Filmdatenbank der JMK bietet Kurzinformationen sowie inhaltliche Begründungen zur Alterskennzeichnung und Positivkennzeichnung der geprüften Filme und Medien ab dem Jahr 2000. Derzeit werden rund 400 Filme jährlich durch die JMK geprüft – Tendenz steigend.