Inhalt

Die Wissenschafter der Zukunft werden im Kindergarten gemacht

BMFJ-KAMINGESPRÄCH mit Nobelpreisträger Dan Shechtman über frühkindliche Erziehung und innovative Ansätze im Unterricht

Kamingespräch mit Nobelpreisträger Shechtman

Im Rahmen der KAMINGESPRÄCH-Veranstaltungsreihe des Bundesministeriums für Familien und Jugend traf Bundesministerin Sophie Karmasin heute auf Chemie-Nobelpreisträger Dan Shechtman. Er sieht sich als „Missionar“, der Kindern und jungen Menschen die Welt der Wissenschaft näherbringt. Die frühkindliche Förderung ist dabei entscheidend, so der israelische Wissenschaftler. „Ich möchte, dass Kinder sagen, ich mag Wissenschaft, weil ich sie verstehe; weil ich gut darin bin“, sagte Shechtman, der für eine Verbindung zwischen Kindergarten und Schule eintritt. Pädagoginnen und Pädagogen würden eine zentrale Rolle spielen. „Lehrer sind die wichtigsten Menschen in einem Land. Sie können Begeisterung wecken bei den Kindern. Wir müssen mehr Experten dazu bringen, Lehrer zu werden“, so Shechtman. Aber auch Eltern können einen wichtigen Beitrag in der Vermittlung wissenschaftlicher Inhalte leisten. „Wir müssen die Wissenschaft relevant machen für die Leben der Kinder. Man muss nur die Welt um sich herum anschauen und sie verstehen wollen“, betonte der Nobelpreisträger. Nur so würde es gelingen, dass sich junge Menschen später nachhaltig im Bereich der Wissenschaft engagieren und in der Forschung oder durch die Gründung von Start-Ups wichtige Beiträge leisten.

„Die Ansätze von Dan Shechtman sind sehr spannend und bieten uns auf vielen Ebenen Ansatzpunkte“, so Familienministerin Sophie Karmasin. „Unser Ziel ist es, durch innovative Ansätze bereits im Elementarbereich Interesse und Begeisterung bei unseren Kindern zu wecken. Gerade die Naturwissenschaften müssen hier eine größere Bedeutung bekommen." Um unsere Kinder auf Herausforderung der digitalen Welt vorzubereiten und die notwendigen Digital Skills auch bestmöglich vermitteln zu können, werden die Pädagoginnen und Pädagogen in Österreich künftig in einem „Future Learning Lab“ geschult. Der von Shechtman beschriebenen Verbindung zwischen Kindergarten und Schule wird in Österreich durch die Einführung des Bildungskompass entsprochen. „Vom Kindergarten bis zum Schulabschluss wird die Entwicklung des Kindes dokumentiert. Damit haben wir einen Paradigmenwechsel erreicht: Weg von der Defizitorientierung hin zur gezielten Förderung unserer Kinder“, betonte Karmasin, die sich bei dem Nobelpreisträger für seine Inputs und Gedankenanstöße bedankte.