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Karmasin & Heinisch-Hosek: „Das digitale Schulbuch kommt!“

Ab Februar 2016 können über die Schulbuchaktion digitale Unterrichtsmittel bestellt werden – Aktion „digi4school“ startet

Bundesministerin Sophie Karmasin und Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek stellten gemeinsam mit Kommerzialrat Friedrich Hinterschweiger und Direktor Georg Glöckler vom Fachverband Buch-und Medienwirtschaft der Wirtschaftskammer Österreich heute die neue Aktion "digi4school" vor

Wien, am 18. Juni 2015 - "Wir gehen heute einen weiteren Schritt in Richtung Schule der Zukunft und dabei lautet unser Motto: ‚Raus aus der "Kreidezeit" in den Klassenzimmern, rein in die digitale Welt‘. Das ist ein weiterer wichtiger Schritt um die Digitalisierung in unseren Schulen voranzutreiben", so die für die Schulbuchaktion zuständige Familienministerin Sophie Karmasin, die gemeinsam mit Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek und dem Fachverband Buch-und Medienwirtschaft der Wirtschaftskammer Österreich heute die neue Aktion "digi4school" vorstellte.

Ab Februar 2016 können Lehrerinnen und Lehrer über die Schulbuchaktion neben analogen Schulbüchern auch digitale Versionen für ihre Schülerinnen und Schüler bestellen. Die digitalen Versionen werden kostenfrei angeboten und die Entscheidung, ob eine digitale Version bestellt wird - und wenn ja welche - wird auch weiterhin der Schule obliegen. Vorteile seien etwa die Förderung von interaktiven und individuellen Lernens, die Entstehung von neuen Lernszenarien und Unterrichtsformen (Stichwort: Flipped Classroom Prinzip), die Förderung von Medienkompetenz und nicht zuletzt auch eine leichtere Schultasche.

Jährlich rund 8,9 Millionen Schulbücher

"Unsere Kinder leben in einer digitalen Welt und digitale Medien bestimmen unseren Alltag. Digitale Kompetenz wird immer mehr zur Grundlagenkompetenz. Deswegen muss aus meiner Sicht Digitalisierung auch viel mehr in den Klassenzimmern stattfinden. Es geht aber nicht um ein ‚entweder-oder‘  sondern um eine Symbiose von klassischen Schulbüchern und digitalen Medien", so Karmasin.

Jährlich werden über die Schulbuchaktion rund 8,9 Millionen Schulbücher bestellt. Das BMFJ erwartet, dass im Schuljahr 2016/17 rund 50% der angebotenen digitalen Schulbücher in Anspruch genommen werden. Insgesamt stellt das Familienministerium rund 106 Millionen Euro pro Jahr für Schulbücher zur Verfügung. 15% dieser Mittel können von den Schulen für "Unterrichtsmittel eigener Wahl" verwendet werden.

Bereits zahlreiche Maßnahmen für digitale Kompetenzen im BMBF

"Digitale Bildung ist ein Schwerpunkt des BMBF. Das gemeinsame Projekt "digi4school" ist ein weiterer Baustein in unserem umfassenden Angebot  und unserer Bildungsstrategie "efit21".  Unser Grundsatz lautet  ,Kein Kind verlässt die Schule ohne digitale Kompetenz‘," so Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek. Zwei Unterrichtsprinzipien für alle Schularten, E-Learning-Netzwerke, e-Learning als ein eigener Schwerpunkt an den NMS sowie Ausbildungsmodule in der PädadgogInnenbildung  sind nur einige der Angebote aus dem Bildungsministerium.

Die Virtuelle Pädagogische Hochschule bietet praxisnahe Online-Seminare und Schnuppereinheiten, Bereits 20.000 LehrerInnen nutzen dieses Angebot. Das BMBF kann auf eine gute Kooperation mit "Safer Internet" verweisen, Informations- und Serviceangebote für Schulen und SchulpartnerInnen

In Österreich steht 4 von 5 SchülerInnen eine Lernplattform als virtueller und geschützter Lernraum zur Verfügung, das ist in keinem anderen europäischen Land besser.
Auf Lernplattformen können sich PädagogInnen vernetzen und mit SchülerInnen kommunizieren, werden  Unterrichtsmaterialien angeboten bzw. ausgetauscht.  SchülerInnen können lernen und üben (individueller Lernplan, Übungsbeispiele, Vokabel lernen, eigenverantwortliches Lernen, …)

"Für einen guten Unterricht ist es wichtig, auch eine Vielfalt an Medien im Unterricht zuzulassen. Außerdem ist es wichtig, die Schülerinnen und Schüler zu einem reflektierten und sinnvollen Umgang mit digitalen Medien hinzuführen", so Heinisch-Hosek.

Megatrend Digitalisierung gerecht werden

"Bereits im Jahr 2003 gab es mit SBX (Schulbuch extra) erste digitale Zusätze im Internet zu Schulbüchern", so Kommerzialrat Friedrich Hinterschweiger, Obmann des Fachverbandes der Buch- und Medienwirtschaft/Wirtschaftskammer Österreich. "Mit digi4school haben wir weitere Schritte gesetzt, die dem Megatrend Digitalisierung gerecht werden sollen!  Ein internationaler Ländervergleich zeigt uns, dass wir richtig unterwegs sind: Überall dort wo zielgruppendifferenziert vorgegangen wird, die Anwendung für den Schüler standardisiert ist und die Schule von administrativen Tätigkeiten entlastet wird, hat sich das bewährt. Ziel der Investitionen der Schulbuchwirtschaft, die von Bundesministerin Karmasin unterstützt werden, ist das Sammeln von Erfahrungen mit digitalen Unterrichtsmitteln. Die Strategie läuft darauf hinaus - finanzierbare und gesellschaftlich akzeptierte Digitalisierungsschritte zu setzen. Diese Aktivitäten müssen wissenschaftlich begleitet werden und müssen einer plausiblen Berechenbarkeit eines Zusatznutzens (Kosten-Nutzenrechnung) unterliegen. Maßgeblich ist die Einbeziehung von den Schulpartnern, also Lehrern-Schülern-Eltern!" so Kommerzialrat Hinterschweiger.