Inhalt

Karmasin & Thann präsentieren Checklisten für Unfallprävention bei Kindern mit Behinderung

Die neuen Checklisten geben praktische und einfach umzusetzende Tipps für eine verbesserte Sicherheits-Situation von Kindern mit Behinderung und ihren Familien.

Familien- und Jugendministerin Sophie Karmasin präsentiert gemeinsam mit KFV-Direktor Othmar Thann die neuen Checklisten zur Unfallprävention bei Kindern mit Behinderung.

Unfälle gehören zu den höchsten Gesundheitsrisiken für Kinder in Österreich. „Kinder brauchen einen besonderen Schutz, vor allem, wenn es um ihre Sicherheit geht“, betont Familienministerin Sophie Karmasin, die seit Jahren die KFV Initiative „Vision Zero 2020“ gegen Kinderunfälle unterstützt. In Zusammenarbeit mit dem KFV hat das Bundesministerium für Familien und Jugend neue Checklisten für ein kindersicheres Zuhause entwickelt. „75 Prozent der Kinderunfälle geschehen zu Hause und in der unmittelbaren Wohnumgebung. Viele Unfälle können durch einfache Maßnahmen verhindert oder wenigstens die Verletzungsschwere reduziert werden“, erklärt KFV-Direktor Othmar Thann im Rahmen der Präsentation der Checklisten.

Eltern informieren und durch Elternbildung stärken

In einem Projekt hat das KFV alltägliche Herausforderungen von seh- und hörbeeinträchtigten Kindern analysiert, um mehr über die Ängste und Wünsche von betroffenen Kindern und Eltern in Bezug auf ihre Sicherheit zu erfahren. In mehreren Fokusgruppen wurden Kinder, Jugendliche, Erwachsene sowie Betreuungsinstitutionen nach Problemfeldern und Lösungswünschen befragt. „Familien mit behinderten Kindern stehen vor der großen Herausforderung, eine Balance zwischen Sicherheit im Alltag und größtmöglicher Eigenständigkeit für das Kind zu schaffen. Dank der gemeinsamen Initiative mit dem KFV wissen wir nun, dass Eltern sich mehr Informationen zu Freizeit- und Sportbereich wünschen“, so Karmasin.

Auf der Website www.eltern-bildung.at des Familienministeriums erhalten Eltern Experten-Tipps zu Erziehungsthemen und eine Übersicht über die angebotenen Elternbildungsveranstaltungen. „Familie und Behinderung“ wird auf der Elternbildungs-Website als eigenes Schwerpunktthema behandelt. Die Themen umfassen unter anderem den Umgang mit der ersten Diagnose, die Entwicklung der Kinder oder Kommunikation und Selbstbewusstsein. Das BMFJ hat auch seine Erziehungsbroschüren „Eltern-Tipps“ erweitert. Neben den Ratgebern für alle Entwicklungsstufen und die Themen „Alleinerziehend“, „Patchworkfamilie“, und „Eltern 35+“ gibt es auch einen kostenlosen Ratgeber für Familien mit einem behinderten Kind.

Wunsch nach mehr Freizeitangeboten

Die Studie ergab, dass Freizeiteinrichtungen und Aktivitäten außerhalb von Schule und Kindergarten besonders wertvoll und wichtig sind. „Das Training der motorischen Fähigkeiten von Kindern ist entscheidend für die spätere körperliche Entwicklung und ist ein entscheidender unfallpräventiver Faktor“, erklärt Thann. Darüber hinaus trägt die Sportausübung stark zu Selbstvertrauen und Selbstständigkeit der Kinder bei. Eltern, Kinder und Aufsichtspersonen brauchen hier ein größeres Angebot an Möglichkeiten vor allem auch um zum Beispiel Radfahren gefahrlos mit den Kindern üben zu können. „Derzeit sind leider viele der Angebote für seh- und hörbeeinträchtigte Kinder nicht oder nur schwer zugänglich“, so Thann. Auch der Wunsch nach einfach zugänglichen und kompakt zusammengestellten Informationen für die Sicherheit in den eigenen vier Wänden war laut Studie groß. Daher hat das KFV gemeinsam mit dem BMFJ die neuen Checklisten für ein kindersicheres Zuhause entwickelt, um die Eigenständigkeit von Kindern mit Behinderung verstärkt zu fördern.

Hier die Checklisten zum Download:

Checkliste: Tipps für eine sichere Umgebung für blinde und sehbeeinträchtigte Kinder

Checkliste: Tipps für eine sichere Umgebung für gehörlose und hörbeeinträchtigte Kinder

VISION ZERO 2020

Unter dem Motto „Volle Aufmerksamkeit - Null Unfälle!“ will die Initiative „Vision Zero 2020“ gezielte Informationen und spannende Aktionen das Bewusstsein für den Schutz der Kleinsten steigern und Kinderunfälle durch praktische Präventionsmaßnahmen verhindert werden. Weitere Informationen finden sich unter www.visionzero.at.