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Jugend unterwegs in Wissenschaft und Alltag (11. Dezember 2015)

Das Forschungsprojekt „UNTERWEGS - Jugend unterwegs in Wissenschaft und Alltag“, gefördert im Rahmen des Sparkling Science Programms des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, untersuchte zwei Jahre lang gemeinsam mit Schüler/innen an 4 Schulstandorten das Mobilitätsverhalten und die Einstellungen zur Mobilität bei Jugendlichen von 12 bis 14 Jahren. Dabei wurde ihnen ein anschauliches Verständnis von Wissenschaft vermittelt. Dazu eignete sich das Thema Mobilität sehr gut, da es unmittelbar an den Lebensrealitäten und Alltagserfahrungen junger Menschen anknüpft.

Im Rahmen des Forschungsprojekts wurde das Mobilitätsverhalten von Jugendlichen im Hinblick auf Weglängen, Verkehrsmittelnutzung, Wegzwecke etc. sowie geschlechter- und regionalspezifischen Unterschieden im Mobilitätsverhalten analysiert.

Es wurde eine Vorher-Nachher-Analyse der Veränderbarkeit des Mobilitätsverhaltens von Jugendlichen durch Informationen über alternative Mobilitätsangebote und durch Aufklärung über die Wirkungen von Mobilität auf den eigenen Körper und auf die Umwelt durchgeführt.

Ein langfristiges Ziel des Forschungsprojekts ist die Beobachtung der individuellen Veränderungen des Mobilitätsverhaltens und der Einstellungen zur Mobilität durch langfristige Begleitung der Jugendlichen bis ins Führerscheinalter. Diese Langfristigkeit dient der Überprüfung der Forschungshypothese, die annimmt, dass Jugendliche veränderungsbereiter als Erwachsene sind und bewusstseinsbildende Interventionen größere Effekte haben, auch wenn ein Teil dieser erst im Erwachsenenalter sichtbar wird, nämlich dann, wenn die Wahlfreiheit besteht, das Auto oder weiterhin umweltfreundliche Verkehrsmittel zu nutzen.

Dipl.-Ing. Dr. Juliane Stark stellte beim Dialog Jugendforschung die Ergebnisse der Untersuchung vor und gab einen Einblick in den partizipativen Forschungsprozess. Dieser zeichnete sich dadurch aus, dass gemeinsam mit jungen Menschen die Forschungsfragen, das alters- und gendergerechte Erhebungsdesign sowie die Inhalte der Mobilitätsintervention entwickelt wurden. Ebenso wurden die Erhebung  und Auswertung der Daten, sowie die Präsentation der Ergebnisse von den Schüler/innen unter wissenschaftlicher Anleitung durchgeführt.

Das Projekt UNTERWEGS wurde 2015 mit dem Österreichischen Staatspreis Mobilität des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie in der Kategorie "Ausbilden. Bewusstsein schaffen“ ausgezeichnet.

Zur Referentin

Dipl.-Ing. Dr. Juliane Stark ist seit 2004 am Institut für Verkehrswesen an der Universität für Bodenkultur in Wien (BOKU) tätig. Als Senior Scientist ist sie Projektleiterin für nationale und internationale Forschungsprojekte sowie in verschiedenen Bachelor- und Masterstudiengängen an der BOKU als Lehrende tätig. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt im Bereich von Mobilitäts- und Einstellungserhebungen.

An der Fachhochschule Technikum Wien ist sie seit 2009 Lektorin.

Kontakt

Mag. Kathrin Schindelar

Kompetenzzentrum Jugend

E-Mail: kathrin.schindelar@bmfj.gv.at