Inhalt

Partizipation und Peers

Peer Arbeit stellt eine Form der Beteiligung dar, indem Jugendliche direkt mit Jugendlichen arbeiten

Arbeit mit jugendlichen Peers

Peer Group Education berücksichtigt die Tatsache, dass neben den Eltern für immer mehr Jugendliche gleichaltrige Freundeskreise und Gruppen an Bedeutung gewinnen. In jeder peer group gibt es Personen (Peer Leader), die besondere Aufmerksamkeit und Glaubwürdigkeit der anderen Jugendlichen genießen. Hier setzt die Peer Group Education an. Die Arbeit und Kooperation mit diesen "Peers" soll es ermöglichen, Jugendliche durch Gleichaltrige zu informieren.

Kurzdefinition: Eine Peer Group ist eine Gruppe von (gleichaltrigen) Personen, die gleiche Werte innerhalb desselben sozialen Systems leben. Peer Group Education stellt dabei einen pädagogischen Zugang zu Peer Gruppen dar, der aus Training, Begleitung und Unterstützung besteht und den Peer Leadern Strukturen, Ressourcen und Know-how zur Verfügung stellt. Dieser besteht u.a. aus einer klar strukturierten Ausbildung sowie einer ebenfalls definierten Aufgabe/Rolle der Peer Leader.

Die Themen der "Peer Group Education" sind breit gestreut: Sie reichen von AIDS über Sucht bis hin zum Thema Konflikte. Wichtiger als Information erscheint es aber, dass hier Jugendliche mit Jugendlichen über Anliegen, Probleme und Hintergründe von z.B. Konsum- und Suchtverhalten reden und damit zum nachdenken und zur Entwicklung von Alternativen anregen. Peer Group Education ist dabei kein Ersatz von anderweitigen Projekten, sondern eine sinnvolle Ergänzung.

Peer Projekte werden zunehmend nicht nur in der Präventionsarbeit sondern überall dort initiert wo Information und Wissensvermittlung durch Jugendliche selbst besser an andere Jugendliche herankommt.

Peer-Mediation

Peer-Mediation an Schulen

Im Jahr 2004 hat das Ministerium in Kooperation mit dem damaligen Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur (BMBWK) eine Studie "Ausbildungsmodelle für Peer-Mediation an Schulen" beauftragt.

In einer Arbeitsgruppe des Jugend- und des Unterrichtsministeriums wurde im Jahr 2006 in Zusammenarbeit mit Experten und Expertinnen ein Leitfaden "Peer-Mediation in Schulen" erarbeitet. Der Leitfaden bietet u.a. Grundlagen für die Formulierung von Qualitätskritieren für Peer-Mediation, die durchaus auch für den außerschulischen Bereich verwendbar sind.

Peer-Mediation in der Offenen Jugendarbeit

Im Setting der Offenen Jugendarbeit gab es bisher nur punktuelle Erfahrungen mit Modellen der Konfliktlösungen durch Jugendliche selbst. Ausgehend vom schulischen Leitfaden hat das Jugendministerium auf Grundlage von Modellprojekten und Expertinnen/Experten-Interviews einen Leitfaden "Peer-Mediation in der Offenen Jugendarbeit" entwickelt.

Neben theoretischen Überlegungen widmet sich das längste Kapitel dem "Weg in die Praxis", um damit Anregungen für die Entwicklung eigener Projektideen in der Offenen Jugendarbeit zu geben.

Veranstaltungen

Das Ministerium hat in Kooperation mit unterschiedlichen Institutionen in früheren Jahren einige Veranstaltungen zum Thema Peer Education durchgeführt. Intention aller Veranstaltungen war der vermehrte Austausch von Peer Ausbildner/innen sowie der Peers selbst.

  • Schon im Herbst 1997 führte das Ministerium ein erstes Koordinationstreffen "Peer Group Education in der Präventionsarbeit mit Jugendlichen" durch.
  • peer.meeting 2002: 44 jugendliche Peer Leader aus 13 Projekten diskutierten vom 6. bis 8. September 2002 über Fragen der Ausbildung und der Betreuung .
  • peer.meeting.03: fand vom vom 19. bis 21. September 2003 statt. 47 Jugendlicher erarbeiteten in einem intensiven Prozess ein erstes Papier für Mindeststandards aus ihrer Sicht. Diese Papier war eine der Grundlagen für weitere Arbeiten mit Expertinnen, Experten und Peer Leadern zur verbesserten Qualifizierung dieser Methodik.
  • Expertinnen- und Expertentagung Peer-Mediation 2004: Vom 15. bis 17. Dezember 2004 fand in Salzburg eine Expert/inn/entagung zur Peer-Mediation des Unterrichtsministeriums in Kooperation mit dem Jugendministerium statt.

Forschung

Der 4. Bericht zur Lage der Jugend in Österreich (2003) setzte sich im Teil B mit der Frage der "Prävention in der außerschulischen Jugendarbeit" auseinander; ein eigenes Kapitel widmet sich dabei der Methodik der "Peer Education".

Kontakt

Robert Lender

Leiter Kompetenzzentrum Jugend

E-Mail: robert.lender@bmfj.gv.at