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Rahmenziel Beteiligung und Engagement

Engagement zahlt sich aus

Eine lebendige Demokratie braucht engagierte Menschen, die sich beteiligen und mitbestimmen wollen - und Rahmenbedingungen, die dieses Engagement ermöglichen. Das gilt vor allem auch für Jugendliche. Sie sollen bei Entscheidungen, die ihre Lebenswelt betreffen, bestmöglich mitreden, mitgestalten und mitbestimmen können.

Das Potenzial für Engagement ist groß: In Österreich gibt es eine lange und im europäischen Vergleich sehr ausgeprägte Tradition des freiwilligen Engagements. So beteiligen sich Jugendliche zu einem Drittel und somit überdurchschnittlich an der Freiwilligenarbeit in Österreich. Die Anerkennung von dabei - auf nicht-formalem bzw. informellem Weg - erworbenen Kompetenzen durch das formale Bildungssystem sowie durch Arbeitgeber/-innen erfolgt erst ansatzweise.

Der Themenbereich Beteiligung und Engagement beschäftigt sich vor diesem Hintergrund mit der Verbesserung der politischen und gesellschaftlichen Beteiligung Jugendlicher und mit einem zeitgemäßen Anerkennungs- und Anreizsystem für freiwilliges Engagement.

Dazu dienen die nachfolgenden Strategischen Ziele zu Wahlbeteiligung, Jugendbeteiligung und Freiwilliges Engagement.

Jugendbeteiligung

Strategisches Ziel: 50 % der Jugendlichen zwischen 14 und 24 Jahren haben an einem Beteiligungsprojekt teilgenommen

Österreichs Jugendliche sind in entsprechenden Befragungen zu einem großen Teil der Meinung, dass sie über vorhandene Möglichkeiten der Beteiligung etwas bewirken können. Das Interesse an Mitsprache bei Themen wie Bildung, Arbeit und Freizeit sowie der Wunsch nach mehr Möglichkeiten der Partizipation in unterschiedlichen Lebensbereichen sind zudem groß.  Partizipation ist deshalb auch das leitende Handlungsprinzip bei der Weiterentwicklung der Österreichischen Jugendstrategie.

Dem hohen Interesse an Beteiligung steht eine Vielzahl von Beteiligungsmöglichkeiten gegenüber. Neben institutionellen Angeboten, wie Jugendparlamente oder Planungs-Workshops (z.B. für die Neugestaltung von öffentlichem Raum), gewinnen zunehmend auch neue Formen an Bedeutung, insbesondere via Internet.

Wahlbeteiligung

Strategisches Ziel: Erstwähler/-innen haben die höchste Wahlbeteiligung

Österreich ist mit einem Wahlalter von 16 Jahren in Europa weiterhin Vorreiter bei der demokratischen Partizipation junger Menschen. Studien weisen darauf hin, dass die frühe Einbindung in institutionalisierte Partizipationsverfahren, wie z.B. Wahlen, den Wunsch zur Beteiligung an politischen Entscheidungsprozessen grundsätzlich erhöht.

Ob und ab welchem Wert eine niedrige Wahlbeteiligung der Demokratie schadet, ist in der politikwissenschaftlichen Fachliteratur umstritten. Für die Forschung steht aber außer Frage, dass Wahlen in sozialer Hinsicht umso stärker verzerrt sind, je niedriger die Wahlbeteiligung ist. Politisches Wissen, Motivation und Interesse beeinflussen maßgeblich Wahlbeteiligung und Wahlverhalten. Die Wahlteilnahme ist aber auch stark geprägt vom Umfeld: Vor allem Familie und Freunde, aber auch Schule und außerschulische Begegnungsstätten haben einen wesentlichen Einfluss darauf. Für das zukünftige Wahlverhalten von jungen Menschen ist der Beginn ihrer Wahlkarriere bedeutend, da sich Verhaltensmuster meistens fortsetzen.

Wenn junge Menschen zur Wahl gehen, so impliziert dies auch Interesse am politischen Geschehen und an der Gestaltung der Gesellschaft.

Freiwilliges Engagement

Strategisches Ziel: 50 % der Jugendlichen engagieren sich freiwillig

Freiwilliges Engagement spielt in Österreich vor allem auf Gemeindeebene eine große Rolle. Eine Vielzahl an Organisationen und Projekten ist in den unterschiedlichsten Einsatzgebieten wie beispielsweise Katastrophenhilfe, Kultur, Umwelt, Religion, Soziales, Politik, Gemeinwesen, Bildung oder Sport aktiv. Freiwilliges Engagement ermöglicht es, sich als verantwortlicher Teil der Gesellschaft zu erleben. Es bietet Gelegenheit für den Erwerb von – auch beruflich - attraktiven Kompetenzen.

Freiwilliges Engagement ist unter Österreichs Jugendlichen schon jetzt stark verbreitet. Die Beteiligungsquote entspricht mit über 40 % fast jener der Erwachsenen, das bedeutet, dass mehr als 500.000 junge Menschen freiwillig tätig sind!