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Präsentation des 7. Jugendberichts

Familien- und Jugendministerin Sophie Karmasin präsentierte den „7. Bericht zur Lage der Jugend in Österreich“ im Familienausschuss

Titelbild "7. Bericht zur Lage der Jugend" Teil A

„Wir wollen Jugendliche und junge Erwachsene in allen Politikbereichen sichtbar machen. Denn moderne Jugendpolitik ist Politik für die Zukunft“, betonte Jugendministerin Sophie Karmasin im Rahmen der Präsentation des „7. Berichts zur Lage der Jugend in Österreich“ im Familienausschuss des Parlaments. „Der Bericht gibt einen Überblick über die Situation von jungen Menschen in unserem Land. Dadurch bekommen wir einen Einblick, was sie bewegt und was sie sich von ihrer Zukunft erwarten“, so Karmasin, die den Bericht als „zentrales Instrument für die weiterführende Arbeit im Jugendbereich“ bezeichnete. Wesentlich dafür ist für die Ministerin nicht nur der Austausch mit Expertinnen und Experten über die Ressortgrenzen hinweg, sondern vor allem die direkte Einbindung von Jugendlichen. „Ich möchte Politik gemeinsam mit den Jugendlichen machen, nicht über sie hinweg“, stellte die Ministerin klar.

Der Jugendbericht liefert eine einzigartige Querschnittsbetrachtung und gliedert sich erstmals in drei Teile, die konkrete Studienergebnisse, sowie die bisherigen Anstrengungen und Weiterentwicklungsmöglichkeiten im Bereich der Jugendpolitik aufzeigen. Teil A gibt anhand von Studien und Sonderauswertungen einen zahlenmäßigen Überblick über den Status Quo, Teil B führt die Ergebnisse des Better-Life Index Jugend an, der sich mit der Lebensqualität der Zielgruppe beschäftigt und ein durchwegs positives Bild liefert. In Teil C wird die laufende Jugendstrategie mit ihren konkreten Rahmenzielen und Maßnahmen präsentiert.

Die Daten und Zahlen der Teile A und B des Jugendberichts wurden unter der Leitung von Dr. Kathrin Gärtner (Statistik Austria) und MMag. Manfred Zentner (Donau-Universität Krems) erhoben und zusammengeführt. Erstmals entstand der Bericht unter direkter Einbindung von Jugendlichen. Dementsprechend behandelt der Jugendbericht eine Vielzahl an relevanten Fragestellungen der Zielgruppe in den Bereichen Bildung und Beschäftigung, Freizeit, Medien, Partizipation und Gesundheit auf unterschiedlichen Ebenen.

Insgesamt zeigt sich ein positives Bild der Jugend in ihren Lebenslagen, was der Better-Life Index Jugend mit über 78 von 100 möglichen Punkten widerspiegelt. „Erwachsene im mittleren Erwachsenenalter (30 bis 59 Jahre) erreichen, wendet man dieselben Berechnungsvorschriften an, in beinahe allen Lebensbereichen niedrigere Werte und somit nur einen Gesamtwert von 75,6 Punkten“, erläuterte Dr. Kathrin Gärtner. Besonders die Bereiche der Mediennutzung und der Freizeit spielen eine zentrale Rolle in allen Altersgruppen: „Digitale Medien sind mittlerweile eine Selbstverständlichkeit für die Jugendlichen – 94,1% der 14-29 Jährigen besitzen ein Smartphone und 86% der 14-19 Jährigen nutzen das Internet regelmäßig“, hielt MMag. Manfred Zentner fest.

Einen weiteren wichtigen Stellenwert nimmt darüber hinaus auch das Thema Beschäftigung ein: Für 56% der Befragten ist ein sicherer Arbeitsplatz sehr wichtig, Selbstverwirklichung ist für 44% ein entscheidender Faktor, auch die Work-Life Balance wird als relevant erachtet. Auch wenn junge Menschen politischen Parteien, sowie Politikerinnen und Politikern noch immer skeptisch gegenüberstehen, sind sie dennoch daran interessiert, ihr Umfeld aktiv mitzugestalten: Sie engagieren sich in Vereinen und im Rahmen von Aktionen.

Der Bericht hat auch Bereiche aufgezeigt, bei denen Handlungsbedarf besteht: Die Jugendarbeitslosigkeit ist in Österreich zwar mit 10,6 % noch immer deutlich unter dem EU-Schnitt, allerdings ist die Tendenz seit 2011 kontinuierlich steigend. Vor allem Jugendliche mit Migrationshintergrund sind davon betroffen: Die Zahl der frühen Schul- und Ausbildungsabgänger ist bei den 18-24 Jährigen mit Migrationshintergrund mit 15,5% im Vergleich mit Schülerinnen und Schülern ohne Migrationshintergrund (4,6%) hoch. „Das ist eine bedenkliche Entwicklung, der wir entgegensteuern müssen“, betonte Jugendministerin Karmasin.
Generell nimmt die Zahl der Menschen zwischen 0 und 30 Jahren in Österreich tendenziell ab, während die Lebenserwartung weiter steigt. „Hinzu kommt, dass es generell eine Ausweitung der Jugendphase gibt - Ausbildungen dauern heute viel länger, die Jungen beginnen später zu arbeiten und wohnen auch länger bei den Eltern“, so Studienautor Zentner.

„Der Jugendbericht ist keine ‚Abschlussbilanz‘, sondern ein Status Quo, der die Basis für die weitere politische Arbeit bildet. Er zeigt auf, wo die Prioritäten und Lebensrealitäten der jungen Menschen in Österreich liegen. Es ist die Aufgabe der Politik, ihnen einen optimalen Rahmen zu bieten, um sie zu fördern, zu motivieren, aber auch zu fordern“, betonte Jugendministerin Karmasin. Als konkrete Maßnahmen, die auf der Grundlage des Jugendberichts angedacht sind, nannte die Ministerin den Schwerpunkt Jugendförderung im Bereich Vielfalt-Integration-Inklusion und den „youth in all policies“ als Ansatz für die ressortübergreifende Arbeit. „Wir müssen Jugendliche in allen Bereichen mitdenken. Mit dem Jugendministerium haben junge Menschen in Österreich einen Partner in der Regierung, der sicherstellt, dass sie gehört werden“, so Karmasin abschließend.

Kontakt

Tamara Häusl

Pressesprecherin der Bundesministerin
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E-Mail: tamara.haeusl@bmfj.gv.at